Alte Operette – Leuben beleben

Nicht ohne uns: Leuben braucht ein Kulturzentrum – keine Planung über die Köpfe der Bürger hinweg

Beim Bürgergespräch am 17. März 2026 wurde erneut deutlich, wohin die Stadt den Standort der Alten Operette Leuben steuern will: Bibliothek, Kegelbahn, Multifunktionsräume, Kalthalle, dazu Wohnen und Sport. Was als Entwicklung für Leuben verkauft wird, droht sich immer stärker als Konzept zu erweisen, das am eigentlichen Kern der Bürgerwünsche vorbeigeht.  ( –> SPD Fraktion Dresden      –> Dresden.de )

 Alte Operette Dresden Leuben – Abriss. rechts sieht man die Reste der Abendkasse.

Denn die Richtung, die jetzt öffentlich sichtbar wird, passt nur bedingt zu dem, was die Menschen im Stadtteil selbst in der Bürgerbeteiligung 2022 formuliert haben. Dort lag Kultur mit 46 Prozent klar vorn, gefolgt von Bibliothek mit 21 Prozent, Sport mit 20 Prozent und Wohnen mit nur 6 Prozent. Zugleich war der Mehrheit der Befragten der Erhalt der vorhandenen Bausubstanz wichtig oder sehr wichtig. Auch bei den offenen Vorschlägen standen Veranstaltungen, Begegnungszentrum, mietbare Räume für Vereine, Werkstätten und Bibliothek im Vordergrund. Das ist ein klarer Auftrag für einen kulturellen Treffpunkt mit echter Strahlkraft — und eben nicht nur für eine innenorientierte Funktionsmischung. (–> dresden.de)

Besonders befremdlich ist für uns, dass die Bürgerinitiative trotz mehrfach angebotener Mitarbeit in die bisherigen Vorbereitungen offenbar nicht einbezogen wurde. Dabei hatte die Stadt selbst schon am 1. September 2025 öffentlich angekündigt, die weitere Entwicklung des Stadtteilzentrums „mit Einbindung der Bürgerinitiative „Alte Operette – Leuben beleben“ zu qualifizieren. Zwischen diesem Versprechen und dem tatsächlichen Umgang mit unserer Initiative klafft offenkundig eine Lücke. (–> dresden.de    –> SPD FraktionDresden  –> dresden.de )

Das ist umso schwerer hinzunehmen, weil die Bürgerinitiative in den vergangenen Jahren den Kontakt zu den Menschen in Leuben und Umgebung gesucht hat wie kaum eine andere Kraft. Wir haben zugehört, dokumentiert, geworben, diskutiert und immer wieder deutlich gemacht, dass dieser Ort mehr sein muss als ein baulich verwertbares Areal. Wer über Jahre die Nähe der Bürger sucht und konkrete Vorschläge entwickelt, darf nicht am Ende an den Rand gedrängt werden, während längst einseitige Vorfestlegungen in Richtung Bibliothek und Sport getroffen werden.

Die öffentliche Quellenlage zeigt genau diese Schieflage: Die Stadt spricht von einem Stadtteilzentrum mit Bibliothek, Veranstaltungs- und Sozialangeboten; nach dem Bürgergespräch wurde zudem öffentlich über Kegelbahn, Multifunktionsräume und eine Kalthalle für Sport gesprochen. Kultur erscheint dabei bestenfalls als Randnotiz — obwohl sie in der Bürgerbeteiligung der mit Abstand stärkste Wunsch war. Aus unserer Sicht ist das keine ausgewogene Entwicklung, sondern eine bewusste Verschiebung weg von einem kulturellen Mittelpunkt für alle. (–> dresden.de  –>SPD Fraktion Dresden)

Hinzu kommt: Dieses Konzept bleibt nach innen gerichtet. Leuben braucht aber keinen Ort, der nur interne Nutzungen verwaltet. Leuben braucht einen lebendigen kulturellen Treffpunkt mit Ausstrahlung nach außen — einen Ort, der Nachbarschaft, Stadtteilgeschichte, Vereine, Initiativen, junge Menschen, ältere Menschen und auch die Bewohnerinnen und Bewohner sowie Beschäftigten des Campus Luby in Altleuben zusammenbringt. Ein solcher Ort schafft Identität, zieht Menschen an und stärkt Leuben weit über den eigenen Straßenrand hinaus.

Dass wir heute immer noch an diesem Punkt stehen, ist auch Ergebnis jahrelanger Verzögerung. Die Stadt verweist selbst darauf, dass bereits 2018 eine baustrategische Voruntersuchung vorlag und von September 2021 bis April 2022 eine Machbarkeitsstudie mit Bürgerbeteiligung erarbeitet wurde. Die Erkenntnisse sind also seit Jahren bekannt. Gerade deshalb ist es nicht akzeptabel, wenn jetzt erneut ein Konzept präsentiert wird, das den Bürgerwillen nur selektiv aufgreift. (–> dresden.de)

Auch die Finanzierung bleibt fragwürdig. Nach der Bürgerversammlung hieß es öffentlich, Baubürgermeister Stephan Kühn habe Mittel aus Gebäudeversicherung, Fördermitteln und Grundstückserlösen in Aussicht gestellt, ohne dafür eine konkrete Summe zu nennen. Wer nach Jahren des Stillstands jetzt erneut auf unklare Finanzierungsbausteine verweist, schafft kein Vertrauen, sondern neue Zweifel. (–> SPD Fraktion Dresden)

Wir sagen deshalb klar: Nicht ohne uns.
Wir lassen uns nicht zur Seite schieben.
Wir wollen nicht blockieren — wir wollen gestalten.
Aber wir werden nicht akzeptieren, dass über die Zukunft dieses identitätsstiftenden Ortes ohne die Bürgerinitiative, ohne die Bürgerinnen und Bürger Leubens und Umgebung und ohne die Interessen des Campus Luby hinweg entschieden wird.

Unsere Forderungen sind klar:

  • verbindliche Einbindung der Bürgerinitiative in die weitere Konzeptentwicklung,
  • echte Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger aus Leuben und Umgebung,
  • Berücksichtigung der Interessen des Campus Luby in Altleuben,
  • ein Nutzungskonzept mit Kultur im Zentrum statt Kultur am Rand,
  • Transparenz bei Finanzierung, Zeitplan und Entscheidungswegen. (–> Alte Operette Leuben)

Die Alte Operette ist kein Restgrundstück. Sie ist ein geschichtsträchtiger Ort, ein Erinnerungsort und eine Chance für Leuben. Wer ihn auf Bibliothek, Sport und verwaltete Innennutzung reduziert, denkt zu klein. Leuben verdient mehr: ein offenes, lebendiges, kulturelles Zentrum für alle.

Wir gehen davon aus, dass Baubürgermeister Stephan Kühn seine Zusage zu einem Bürgerbeteiligungsformat nun zügig umsetzt. Daran werden wir ihn messen.

Pressesammlung (soweit uns zugänglich):

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